Was ist in einer Maschinenversicherung versichert?

Die Maschinenversicherung sichert fahrbare bzw. mobile und stationäre Maschinen gegen (fast) alle Risiken im täglichen Einsatz ab. Alle, die solche Maschinen einsetzen, sollten über den Abschluss nachdenken. Im folgenden Beitrag erfährst du alles Wichtige rund um die Maschinenversicherung.

Was ist in einer Maschinenversicherung versichert?

Die Maschinenversicherung gibt es für zwei wesentliche Gruppen: fahrbare bzw. mobile und stationäre Maschinen. Zu den fahrbaren bzw. mobilen Maschinen gehören z.B. Bagger, Rüttelplatten, Kipper, Krane, Betonmischer, Raupen. Wichtig ist die Abgrenzung zur KFZ-Versicherung. Bei Maschinen ist nicht der Transport von Gütern oder Personen die Hauptverwendung, sondern die Verrichtung eines bestimmten Arbeitsprozesses. Das sind zum Beispiel das Ausheben von Erdreich (Bagger) oder das Verdichten von Erde (Rüttelplatte) oder das Bewegen von Baumaterial auf der Baustelle (Kran). Um diese Maschinen geht es in diesem Beitrag.

Die zweite Gruppe sind die stationären Maschinen. Also alle Maschinen, die an einem Ort fest verbaut und gesichert sind. Das reicht von einfachen CNC-Fräsen über Druckerpressen bis hin zu hochkomplexen und individuellen Maschinen für Produktionsverfahren. Die Abgrenzung zur Elektronikversicherung liegt hierbei darin, dass der Schwerpunkt auf der Mechanik liegt und Elektronik maximal unterstützend bzw. steuernd eingesetzt wird. Diese Maschinen sind nicht Gegenstand dieses Beitrags.

Des Weiteren sind auch das Zubehör und nötige zusätzliche Geräte mitversichert.

  • Versichert sind nur die in der Maschinenliste benannten Maschinen.
  • Nicht versichert sind Geräte wie Trennschleifer, Kettensägen oder Bohrmaschinen.


Welche Risiken sind in einer Maschinenversicherung versichert?

Die Maschinenversicherung gibt es in drei Varianten, je nachdem wie alt die Maschinen sind und wie viel Schutz du brauchst bzw. willst.

Der Versicherungsschutz gilt für mobile bzw. fahrbare Maschinen immer mindestens Deutschlandweit. Europäische oder sogar weltweite Einsätze musst du separat angeben und machen den Schutz teurer. Für stationäre Maschinen gilt der Versicherungsschutz nur am benannten Ort.

Maschinenteilversicherung

Die Maschinenteilversicherung hat den geringsten Versicherungsumfang. Der ist nur bei älteren Maschinen sinnvoll.

Bei folgenden Risiken hast du Versicherungsschutz:

  • Brand, Blitzschlag, Explosion
  • Diebstahl, Raub
  • Naturgefahren wie Erdbeben, Hochwasser, Sturm, Hagel oder Frost
  • Glasbruch

Die Maschinenteilversicherung ist für Maschinen gedacht, die älter als 10 Jahre sind. Da diese oftmals nicht in der Kasko oder Vollversicherung bekommen oder sich der Beitrag nicht rechnet.

Maschinen-Kasko-Versicherung

Die Maschinen-Kasko-Versicherung ist wie due es von der KFZ-Vollkasko kennst. Hier sind alles aus der Maschinenteilversicherung drin und zusätzlich folgende Risiken:

  • Transport
  • Selbstverschuldete Unfälle
  • Kabelschäden durch Kurzschluss
  • Erdrutsch

Die Maschinen-Kasko-Versicherung ist sinnvoll bei Maschinen, die älter als fünf Jahre sind oder schon einiges an Betriebsstunden auf dem Buckel haben.

Volldeckung

Die Volldeckung bietet – das lässt der Name bereits vermuten – die umfangreichste Deckung. Die ist vor allem für neue(re) und hochwertige/teure Maschinen sinnvoll und wichtig. Hier ist alles aus der Maschinenteil- und Maschinen-Kasko-Versicherung drin und zusätzlich:

  • Kurzschluss, Überspannung
  • Überdruck oder Unterdruck
  • Bedienungsfehler
  • Versagen von Mess-, Regel- oder Sicherheitseinrichtungen
  • Ungeschicklichkeit, Fahrlässigkeit
  • Innere Betriebsschäden
  • Konstruktionsfehler
  • Verwendungsrisiko
  • Versaufen, verschlammen

Vor allem die inneren Betriebsschäden sind ein bedeutendes Risiko. Da es hier meist um Maschinen geht, die viel im Einsatz sind und unter hoher mechanischer Belastung stehen, passieren solche Schäden schnell und häufig.

Doch selbstverständlich ist nicht alles in einer Maschinenversiucherung versichert und daher es ist wichtig, die Ausschlüsse zu kennen.

Doch selbstverständlich ist nicht alles in einer Maschinenversiucherung versichert und daher es ist wichtig, die Ausschlüsse zu kennen.

Welche Risiken sind nicht in einer Maschinenversicherung versichert?

Doch selbstverständlich ist nicht alles versichert und es ist wichtig, folgende Ausschlüsse zu kennen:

  • Vorsatz des Versicherungsnehmers oder dessen Repräsentanten
  • Kriegsereignisse, hoheitliche Eingriffe und Schäden durch Kernenergie
  • Verschleiß mit Ausnahme der daraus resultierenden Folgeschäden
  • Betriebsbedingte Abnutzung, Korrosion oder Ablagerungen
  • Vorhandene Mängel

Was wird geleistet?

Es gibt drei hauptsächliche Leistungen. Liegt bei der Maschine nur ein Teilschaden vor, bezahlt die Versicherung die Reparatur. Ziel ist es, die Maschine wieder in den vorigen, betriebsfertigen Zustand zu versetzen. Hat das Altmaterial, z.B. Bauteile oder Metalle, noch einen Wert, wird dieser abgezogen.

Ist die Maschine gestohlen, komplett zerstört oder lohnt sich die Reparatur aus wirtschaftlichen Gründen nicht (Reparaturkosten > Zeitwert) liegt ein Totalschaden vor. Hier bezahlt die Versicherung nur den Zeitwert. Hast du eine sog. GAP-Deckung vereinbart, bezahlt die Versicherung davon abweichend jedoch die Restschuld aus der Finanzierung oder dem Leasing.

Wie bei den Sachversicherungen üblich übernimmt die Versicherung aber auch Schadenabwehrkosten. Verhinderst du also einen weiteren Schaden und hast dafür Aufwendungen oder andere Kosten, werden die übernommen.

Für fahrbare bzw. mobile Maschinen ist die Übernahme der Bergungskosten noch wichtig. Diese können bei einem großen Bagger, der in eine Baugrube gestürzt ist, beträchtlich sein. Bei stationären Maschinen können Abbruchkosten relevant sein. Ist beispielsweise eine große Produktionsstraße in Flammen aufgegangen muss die gesamte Maschine entfernt werden.

Es gibt einige Punkte vor dem Abschluss einer Maschinenversicherung zu beachten, damit du dann im Worst-Case auch entspannt die Versicherungsleistung bekommst.

Es gibt einige Punkte vor dem Abschluss einer Maschinenversicherung zu beachten, damit du dann im Worst-Case auch entspannt die Versicherungsleistung bekommst.

Worauf ist bei einer Maschinenversicherung zu achten?

Damit du Versicherungsschutz hast und im Schadensfall dein Geld bekommst, solltest du einige Punkte beachten und berücksichtigen. Wichtig ist, dass du die korrekte Versicherungssumme angibst. Das ist nicht der Zeitwert oder der Preis, für den du die Maschine gekauft hast, sondern der Listenpreis. Der Zeitwert liegt in der Regel darunter. Der Verkaufspreis kann ebenfalls darunter liegen, wenn du z.B. Rabatte oder Skonto eingeräumt bekommen hast. Bei älteren Maschinen kann die Ermittlung manchmal nicht ganz einfach sein. Hier helfen Portale aus dem Internet oder die Angaben des Herstellers. Bei modifizierten oder gar individuell angefertigten Maschinen ist die Ermittlung noch schwieriger. Im Zweifel brauchst du ein Wertgutachten.

Das A und O ist eine vollständige und sauber geführte Maschinenliste. Dort trägst du die Maschinenart, Maschinentyp, Hersteller, Herstellungsjahr und das Kennzeichen oder die Maschinennummer ein.

Bei Maschinen, die im unter Tage oder unter Wasser Einsatz sind, ist die Absicherung schwieriger und teurer. Hier gibt es Risikozuschläge oder gesonderte Sicherungsauflagen. Bei stationären Maschinen kann es ebenfalls Sicherungsanforderungen geben. Diese musst du natürlich beachten und erfüllen.
Es sollte selbstverständlich sein, aber in der Hektik der Baustelle oder der Produktion kann es auch mal anders laufen. Aber du solltest nur geschultes und zugelassenes Personal die (versicherten) Maschinen bedienen lassen.

Ganz einfach - Grundsätzlich brauchen alle die eine Maschinenversicherung, die auf ihre Maschinen angewiesen sind.

Ganz einfach – Grundsätzlich brauchen alle die eine Maschinenversicherung, die auf ihre Maschinen angewiesen sind.

Wer braucht die Maschinenversicherung?

Die Kurzantwort lautet: Alle, die auf ihre Maschinen angewiesen sind. Im Prinzip sind das drei wesentliche Bereiche: Firmen im Hoch- und Tiefbau, in der Land- und Forstwirtschaft, teilweise Landschaftsgartenbetriebe und Betriebe mit Produktionsmaschinen bzw. Produktionsstraßen.

Du solltest immer eine Risikoanalyse machen (lassen) und prüfen, ob du eine Maschinenversicherung benötigst oder ob du das Risiko selbst trägst. Wie bei allen Versicherungen gibt es eine Mindestprämie. Da diese meist bei mehreren Hundert Euro im Jahr liegt, ist eine Maschinenversicherung für eine einzelne Rüttelplatte beispielweise nicht sinnvoll. Ab einer fünfstelligen Versicherungssumme solltest du dich jedoch auf jeden Fall damit beschäftigen.

Gern unterstützen wir dich beim Thema Maschinenversicherung. Vereinbare dazu einfach ein kostenfreies Erstgespräch mit uns!

 

Hier findet ihr alle Artikel zum Thema Gewerbeversicherung und Risikomanagement im Unternehmen.

 

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    Seit 2011 sind Stephan Busch und Tom Wonneberger die PROGRESS Finanzplaner. In ihrem Blog erklären sie alles rund um Versicherungen und Finanzen - einfach und verständlich. Weitere Infos findest Du auf der Über Uns Seite.


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